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Newsletter zur Nationalen Demenzstrategie
5. Ausgabe 2025Wird der Newsletter nicht richtig angezeigt? Newsletter im Browser öffnen!
Liebe Leser*innen, künstliche Intelligenz spielt auch in der Demenz-Forschung eine immer größere Rolle. In der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters spiegelt sich dies gleich in mehreren Rubriken wider: Zum einen hat die Geschäftsstelle in der Diskussionsveranstaltung zur Stellungnahme „Datengetriebene Demenzprävention“ der Wissenschaftsakademien Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik zusammengebracht, die die Empfehlungen mit Blick auf Umsetzbarkeit, Chancen und mögliche Grenzen diskutierten. Der Forschungsverbund PREDICTOM gibt mit seinem Youtube-Kanal Einblicke in seine Forschung, unter anderem eine KI-gestützte Screening-Plattform. Den Wettbewerb „Jugend forscht“ gewinnt ein Projekt, das mithilfe von KI Enkeltrick-Anrufe bei älteren Menschen erkennt und beendet, und auch das Europäische Parlament diskutiert über digitale Gesundheit, KI-gestützte Verfahren und vernetzte Versorgung. Nicht zuletzt fördert das BMFTR die Anwendung von In-silico-Methoden in der Medizin, um digitale Modelle, Simulationen und KI-gestützte Verfahren zu erforschen – im Bereich der Demenzforschung können dies zum Beispiel digitale Zwillinge sein, die Vorhersagen zu Demenz ermöglichen. Neben digitalen Veranstaltungen wie der zur Stellungnahme der Wissenschaftsakademien waren Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle auch vor Ort in Einsatz – auf der Langen Nacht der Wissenschaften und bei einem parlamentarischen Frühstück zur juristischen Expertise zur Weiterentwicklung der Nationalen Demenzstrategie. Und natürlich zeichnet sich auch die jährliche Netzwerktagung bereits am Horizont ab: Die Feinplanung des Programms, auch in diesem Jahr wieder mit einem politischen Auftaktabend, läuft auf Hochtouren. Wir freuen uns auf den Austausch im Netzwerk!
Weitere Neuigkeiten zur Nationalen Demenzstrategie finden Sie immer auf unserer Website, regelmäßig in unserem Newsletter und kurz und knapp auf LinkedIn und Bluesky. Viele Grüße Ihr Team der Geschäftsstelle Nationale Demenzstrategie
Neues aus dem Netzwerk Internationale Meldungen Neue wissenschaftliche Publikationen Veranstaltungen *****************************************************************************************************************
Mehr Wissen, mehr Begegnung, mehr Teilhabe!
Ob Jung oder Alt, in der Freizeit oder im Berufsleben – Demenz begegnet uns in vielen Kontexten. Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele Menschen ohne Vorurteile auf Menschen mit Demenz zugehen und ihnen so Teilhabe ermöglichen. Dies verfolgen Akteure der Strategie mit dem Ziel 1.5 "Die Öffentlichkeit für Menschen mit Demenz sensibilisieren". Weiterlesen
Erstes bundesweites Lagebild zur Altenhilfe veröffentlicht
Der Deutsche Verein hat erstmals ein bundesweites Lagebild zur Umsetzung der Altenhilfe nach § 71 SGB XII vorgelegt. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von 280 Landkreisen, kreisfreien Städten und Bezirken. Der Bericht zeigt ein breites Beratungs- und Angebotsspektrum, aber auch deutliche regionale Unterschiede. Demenz wird im Bericht mehrfach konkret erwähnt: Unter anderem wird ein Bedarf an mehr psychosozialer Beratung zur Vereinsamungsprävention und Beratung zum Thema Demenz beschrieben; außerdem werden Netzwerke zum Thema Demenz sowie Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz als Beispiele kommunaler Angebote genannt. Weiterlesen
Diskussionsveranstaltung zur Stellungnahme "Datengetriebene Demenzprävention" der Wissenschaftsakademien
Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit Gesundheitsdaten auch für die Demenzprävention genutzt werden können? Ausgehend von der Stellungnahme der Wissenschaftsakademien zu datengetriebener Demenzprävention diskutierten Expert*innen aus Wissenschaft, Praxis und Politik die Empfehlungen mit Blick auf Umsetzbarkeit, Chancen und mögliche Grenzen. Weiterlesen
13. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Magdeburg
Das Programm für den 13. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) steht: Unter dem Motto "Demenz: Zusammen Zukunft gestalten" lädt die DAlzG am 15. und 16. Oktober 2026 in die Messe Magdeburg ein. Das detaillierte Kongressprogramm ist nun online abrufbar und bietet einen Überblick über Vorträge, Workshops, Symposien, Diskussionen und Abstracts. Teilnehmende können das Programm durchsuchen, filtern und sich nach dem Einloggen ein persönliches Kongressprogramm zusammenstellen. Auch die Nationale Demenzstrategie wird Thema sein: im Symposium "Demenzstrategien in Bund und Ländern" wird Astrid Lärm (Leiterin der Geschäftsstelle Nationale Demenzstrategie) den Umsetzungsstand und die Perspektiven der Fortsetzung der Nationalen Demenzstrategie vorstellen. Weiterlesen
Demenzsensibel unterwegs: Freizeitangebote ermöglichen Teilhabe
Kultur, Natur und gemeinsame Erlebnisse sollten allen Menschen offenstehen – auch Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen. Desideria Care e. V. hat eine Übersicht über demenzsensible Freizeit- und Kulturangebote zusammengestellt, etwa Führungen im Münchner Olympiapark und im Berliner Zoo. Sie zeigen, wie Begegnung, Erinnerungen und Teilhabe ohne Leistungsdruck gelingen können – mit ausreichend Zeit, Pausen und einem Tempo, das sich an den Teilnehmenden orientiert. Weiterlesen
Demenzsensible Seelsorge in der katholischen Kirche
Wie können Gottesdienste und seelsorgliche Angebote Menschen mit Demenz besser erreichen? Diakon Oliver Besch berichtet im Interview, wie er seine Angebote verändert hat: weniger Text, mehr vertraute Lieder, Symbole, Verlangsamung und klare Rahmenbedingungen. Seine Erfahrungen zeigen, wie wichtig Wissen, Haltung und passende Formate sind – nicht nur in Pflegeeinrichtungen, sondern auch in Kirchengemeinden. Weiterlesen
Festveranstaltung der Netzwerkstelle Lokale Allianzen in Köln
Zum Abschluss des Bundesprogramms "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" lädt die Netzwerkstelle am 2. und 3. November 2026 nach Köln ein. Im Mittelpunkt stehen Lokale Allianzen und Demenznetzwerke, die Menschen mit Demenz, An- und Zugehörige sowie Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Praxis miteinander verbinden. Geplant sind unter anderem eine Podiumsdiskussion, Dialoginseln und Impulsforen zu Haltung, Prävention, Digitalisierung, Teilhabe und Kultur. Eine Anmeldung ist über die Veranstaltungswebsite möglich. Weiterlesen
Thüringen wird demenzfreundlich: Modellregion ThüDeM gestartet
Mit ThüDeM (Thüringer DemenzModellregion) entstehen in vier Thüringer Landkreisen – Ilm-Kreis, Gotha, Saale-Orla-Kreis und Sömmerda – demenzfreundliche Modellregionen. Ziel ist es, Strukturen, Versorgungsangebote und Prozesse zu erfassen, besser abzustimmen und weiterzuentwickeln. Dazu gehören Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen, barrierefreie Informationen sowie die Darstellung vorhandener Angebote in digitaler und analoger Form. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf einer Präventionsstrategie für Thüringen. Weiterlesen
Gemeinsam "JA zum Alter" sagen
Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober ruft die BAGSO auch 2026 wieder zur Aktion "JA zum Alter" auf. Organisationen, Kommunen, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen können mitmachen und ein positives Bild vom Älterwerden sichtbar machen. Bereits 2025 beteiligten sich unter anderem Seniorenvertretungen, Mehrgenerationenhäuser, Kirchengemeinden, Pflegeeinrichtungen und Einzelpersonen mit Social-Media-Beiträgen, Straßenkreide-Aktionen, Postkarten, Bannern und Wunschbäumen. Weiterlesen
Diversity-On gestaltet Online-Selbsthilfe diversitätssensibel
Das Forschungsprojekt Diversity-On entwickelt und evaluiert ein diversitätssensibles Online-Selbsthilfeangebot für pflegende Angehörige, am Beispiel von Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte. Ziel ist es, Austausch in Online-Selbsthilfegruppen zu ermöglichen, Angehörige deutschlandweit zu vernetzen, sie zu entlasten und ihre Gesundheits- und Selbstmanagement-Kompetenzen zu stärken. Auf der Projektseite stehen unter anderem Materialien wie "Eisbrechergeschichten" für Selbsthilfegruppen in Deutsch, Englisch und Türkisch zur Verfügung. Weiterlesen
Demenz und queer: Erste bundesweite Broschüre erschienen
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat die erste bundesweite Broschüre zum Thema "Demenz und queer" veröffentlicht. Sie richtet sich an LSBTIQA*-Personen mit Demenz, An- und Zugehörige sowie Fachpersonen in Beratung und Pflege. Die Broschüre möchte für vielfältige Lebensgeschichten sensibilisieren, Diskriminierung im Pflege- und Versorgungsalltag vorbeugen und Zugänge zu Beratung und Unterstützung erleichtern. Sie steht kostenlos als PDF, gedruckt und als Hörversion zur Verfügung. Weiterlesen
JaDe unterstützt jung an Demenz erkrankte Menschen und Angehörige
Das Projekt JaDe (Unterstützung für jung an Demenz erkrankte Menschen und ihre Angehörigen) des Landesverbands der Alzheimer Gesellschaften Nordrhein-Westfalen richtet sich an Menschen, die vor dem 65. Lebensjahr an Demenz erkranken, und ihre Angehörigen. Mit JaDe FORUM, JaDe AKTIV und JaDe WISSEN werden Austausch, Aktivitäten und Informationsangebote gebündelt – von Online-Gruppen über Spaziergänge, Kochkurse und Workshops bis zu Webinaren. Ziel ist es, Teilhabe, Selbstständigkeit und vorhandene Fähigkeiten zu stärken und zugleich Versorgungsstrukturen für jung erkrankte Menschen mit Demenz weiterzuentwickeln. Weiterlesen
RKI-Bericht: Pflegende Angehörige stärker entlasten
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den Bericht "Pflegebedürftigkeit und (informelle) Pflege in Deutschland – Status Quo" veröffentlicht. Er bündelt aktuelle Erkenntnisse zu Pflegebedürftigkeit, funktionalen Einschränkungen und informeller Pflege in Deutschland. Demnach pflegen 13 Prozent der Frauen und rund 8 Prozent der Männer An- und Zugehörige; etwa ein Drittel der Pflegenden fühlt sich stark oder sehr stark belastet. Das ist auch für die Versorgung von Menschen mit Demenz relevant: Sie werden häufig über lange Zeit zu Hause begleitet, betreut und gepflegt – oft mit hohem organisatorischem, emotionalem und körperlichem Aufwand für Angehörige. Der Bericht unterstreicht, wie wichtig Prävention, Beratung, Entlastungsangebote und verlässliche Unterstützungsstrukturen für pflegende An- und Zugehörige sind. Weiterlesen
Broschüre zum Umgang mit Sterbewünschen in der Palliativen Geriatrie erschienen
Das Netzwerk Palliative Geriatrie Berlin hat die Broschüre "Sterben wünschen" veröffentlicht. Sie gibt Orientierung zum Umgang mit Sterbewünschen und assistiertem Suizid in der palliativen geriatrischen Versorgung. In der Broschüre wird betont, dass Sterbewünsche sehr unterschiedlich sein können und auch bei Menschen mit Demenz vorkommen. Für pflegende Angehörige ist das Thema besonders sensibel, denn die Auseinandersetzung mit Sterbewünschen kann überfordern, verunsichern und emotional stark belasten. Umso wichtiger sind ein offener, respektvoller Umgang, Gesprächsangebote sowie die Einbindung und Begleitung von Nahestehenden, wenn die betroffene Person dies wünscht. Weiterlesen
Petition fordert bessere Unterstützung für pflegende Angehörige Die Vereine
Die Vereine wir pflegen e.V. und Pflegende Angehörige e.V. haben die Petition "Pflegereform ja – aber nicht auf Kosten pflegender Angehöriger" gestartet. Anlass ist der aktuelle Referentenentwurf zur Pflegereform, der aus Sicht der Verbände die häusliche Pflege zu schwächen droht. Gerade Familien, die Menschen mit Demenz zu Hause begleiten, sind auf flexible Entlastungsangebote, verlässliche Beratung und finanzielle Absicherung angewiesen. Gefordert werden unter anderem der Erhalt der Verhinderungspflege als eigenständige Leistung, der Schutz der Rentenansprüche pflegender Angehöriger, bessere Unterstützung für Familien und Young Carers sowie die Stärkung unabhängiger Beratungsangebote. Begleitend zur Petition wurde ein Kurzfilm veröffentlicht, der den oft unsichtbaren Alltag pflegender Angehöriger sichtbar macht. Weiterlesen
WIdO-Prognose zeigt steigenden Versorgungsbedarf bei Demenz
Die Zahl der Menschen mit Demenz in Deutschland könnte bis 2060 deutlich steigen: Nach einer Prognose des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) in Kooperation mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln ist ein Anstieg von rund 1,3 Millionen Fällen im Jahr 2020 auf bis zu 2,1 Millionen im Jahr 2060 möglich. Besonders betroffen sind laut Prognose ländliche Regionen mit älter werdender Bevölkerung. München werden im Report beispielsweise 1,7 % Menschen mit Demenz prognostiziert, dem brandenburgischen Elbe-Elster-Kreis 6,2 %. Zugleich stehen künftig weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter für Versorgung und Pflege zur Verfügung: Rechnerisch könnten 2060 nur noch 21 Personen im erwerbsfähigen Alter auf einen Demenzfall kommen, 2020 waren es noch 38. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig Prävention, frühzeitige kommunale Planung sowie gut ausgebaute medizinische und pflegerische Versorgungsstrukturen für Menschen mit Demenz sind. Weiterlesen
Vergütung für neues Alzheimer-Medikament Donanemab geregelt
Für die Therapie mit dem neuen Alzheimer-Medikament Donanemab steht die Vergütung fest. Der Kassenärztliche Bundesverband (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben vereinbart, welche Leistungen Ärzt*innen ab dem 1. Juli 2026 im Einheitlichen Bewertungsmaßstab abrechnen können. Donanemab ist für Patient*innen mit früher Alzheimer-Erkrankung vorgesehen, bei denen eine Amyloid-Beta-Pathologie nachgewiesen wurde und bestimmte genetische Voraussetzungen erfüllt sind. Die Behandlung erfolgt als intravenöse Infusion alle vier Wochen und ist auf maximal 18 Monate begrenzt. Abrechenbar sind unter anderem Infusionstherapie, Lumbalpunktion, MRT-Kontrollen und die Bestimmung des ApoE-Genotyps; die Anwendung ist bestimmten erfahrenen Fachgruppen vorbehalten. Für die Versorgung von Menschen mit beginnender Alzheimer-Demenz ist die Regelung ein weiterer Schritt, um neue Behandlungsoptionen in spezialisierten Strukturen abzubilden. Weiterlesen
DZNE baut Genom-Datenbank für Hirngesundheit auf
Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) baut mit dem "NeuroGenomeHub" eine umfangreiche Genom-Datenbank für die Erforschung von Hirnerkrankungen auf. In den kommenden zwei Jahren sollen die Erbinformationen von rund 25.000 Menschen erfasst werden. Ziel ist es, genetische Merkmale zu identifizieren, die das Risiko und den Verlauf neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, ALS, frontotemporaler Demenz und Huntington beeinflussen. Die Daten sollen neue Ansätze für Diagnostik, Prävention und Therapie ermöglichen – und damit auch die Forschung zu Demenz und Hirngesundheit weiter voranbringen. Weiterlesen
digiDEM Bayern untersucht Verhaltenssymptome bei Demenz im häuslichen Umfeld
Eine neue Studie des Digitalen Demenzregisters Bayern (digiDEM Bayern) hat untersucht, wie sich Verhaltens- und psychische Symptome der Demenz bei zu Hause lebenden Menschen entwickeln. In die Studie wurden 368 Personen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder leichter bis mittelschwerer Demenz einbezogen. Das Ergebnis: Die Symptome nahmen über zwölf Monate leicht zu; zunächst beobachtete Unterschiede zwischen Männern und Frauen verschwanden jedoch, wenn Alter, Bildungsgrad und Schwere der Demenz berücksichtigt wurden. Die Studie macht deutlich, dass bei der Einschätzung und Behandlung von Verhaltenssymptomen individuelle soziale und medizinische Faktoren stärker berücksichtigt werden sollten. Weiterlesen
Smartphone-Tests erfassen kognitive Veränderungen früher
Smartphone- und Tablet-basierte Gedächtnistests können subtile kognitive Veränderungen schneller erfassen als herkömmliche Standardverfahren. Das zeigt eine Studie des DZNE mit rund 200 älteren Erwachsenen. Im Fokus standen Menschen mit Mild Cognitive Impairment (MCI), die mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden ist. Digitale Tests könnten nach Einschätzung der Forschenden klinische Studien zu neuen Demenzmedikamenten beschleunigen, insbesondere bei Alzheimer. Langfristig sehen sie auch Potenzial für den klinischen Alltag, etwa um Veränderungen engmaschiger zu begleiten. Weiterlesen
Hirngesundheit im Fokus des Gerontologie- und Geriatrie-Kongresses
Beim gemeinsamen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) vom 23. bis 26. September 2026 in Frankfurt am Main greifen acht internationale Keynote-Speaker zentrale Zukunftsfragen des Alterns auf. Für die Demenzforschung besonders relevant ist die Keynote von Prof. Joanna Wardlaw von der University of Edinburgh. Sie stellt das Konzept der "Brain Frailty" vor und geht der Frage nach, wie Gebrechlichkeit des Gehirns entsteht und welche Bedeutung sie für Demenzerkrankungen, kognitive Leistungsfähigkeit und die Gesundheit älterer Menschen hat. Weiterlesen
Sechstes Monitoring zeigt weitere Fortschritte bei der Umsetzung
Am 16. Juni 2026 hat die Geschäftsstelle Nationale Demenzstrategie der Steuerungsgruppe den sechsten Bericht zum Umsetzungsstand der Strategie vorgelegt. Grundlage ist das aktuelle Monitoring der bis Ende 2025 fälligen Maßnahmen, deren aktueller Stand zum Anfang dieses Jahres bei den Akteuren abgefragt wurde. Der vollständige Bericht steht ab jetzt zum Download bereit. Unser Onepager zeigt außerdem die Ergebnisse des Berichts übersichtlich auf einer Seite. Weiterlesen
Bremen diskutiert eigene Demenzstrategie
Die Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau, die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz sowie die Bremische Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege haben ein Positionspapier "Demenz – (k)ein Thema für Bremen?" veröffentlicht. Darin werden Versorgungslücken für Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen im Land Bremen sichtbar gemacht; nach Angaben des Papiers leben derzeit rund 14.000 Menschen mit Demenz in Bremen und Bremerhaven. Helfen sollen unter anderem flächendeckende Anlauf- und Beratungsstellen in den Quartieren sowie eine übersichtliche digitale Suchplattform. Am 7. Oktober 2026 findet dazu die Fachveranstaltung "Eine Demenzstrategie für Bremen?", auf der Perspektiven aus Politik, Verwaltung, Praxis und Interessenvertretung zusammengebracht werden. Weiterlesen
BAGSO warnt vor Kürzungen in der Pflege
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) kritisiert den Referentenentwurf zur Pflegereform als Kürzungsprogramm zulasten von Pflegebedürftigen und ihren An- und Zugehörigen. Nach Einschätzung der BAGSO drohen Leistungskürzungen in ambulanter und stationärer Pflege, unter anderem durch veränderte Vorgaben bei der Begutachtung, die Streichung des Entlastungsbetrags bei Pflegegrad 1, Einschränkungen bei der Verhinderungspflege und Kürzungen bei Rentenversicherungsbeiträgen für pflegende Angehörige. Für Menschen mit Demenz und ihre Familien wären solche Änderungen besonders einschneidend, weil sie häufig langfristig auf flexible Entlastung, verlässliche Beratung und Unterstützung im häuslichen Alltag angewiesen sind. Die BAGSO fordert statt Einschnitten eine strukturelle Neuordnung der Pflegeversicherung, die Pflegebedürftige und An- und Zugehörige wirksam stärkt. Weiterlesen
Berlin beschließt Altenhilfestrukturgesetz
Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat das Altenhilfestrukturgesetz beschlossen und schafft damit als erstes Bundesland verbindliche landesgesetzliche Vorgaben für die Altenhilfe. Das Gesetz konkretisiert § 71 SGB XII und soll tragfähige Strukturen im Sozialraum und in den Bezirken stärken – etwa durch bessere Information, Zugänge zu Begegnungsorten, digitale Befähigung, Engagementmöglichkeiten und Beratungsstellen. Für Menschen mit Demenz ist das wichtig, weil wohnortnahe Beratung, Teilhabeangebote und frühzeitige Unterstützung dazu beitragen können, Selbstständigkeit zu erhalten und Übergänge in Pflegebedarfe besser zu begleiten. Zugleich schafft das Gesetz mehr Klarheit und Einheitlichkeit für die Verwaltung und die Altenhilfestrukturen in den Berliner Bezirken. Weiterlesen
Pflegebevollmächtigte setzt Schwerpunkt auf häusliche Versorgung und Prävention
Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler, hat zur 99. Gesundheitsministerkonferenz 2026 die Perspektive von Menschen mit Pflegebedarf und ihren An- und Zugehörigen eingebracht. In ihrem Bericht betont sie, dass 86 % der pflegerischen Versorgung in der Häuslichkeit stattfinden, dieser Bereich müsse deshalb gestärkt und modernisiert werden. Mehr Flexibilität, Angebotsvielfalt, weniger Bürokratie, innovative Wohnformen, Tagesbetreuung, Beratung, ambulante Dienste und Präventionsangebote können Entlastung bringen. Für Menschen mit Demenz und ihre Familien sind diese Punkte zentral, weil gute häusliche Versorgung nur gelingt, wenn Beratung, Entlastung, niedrigschwellige Unterstützung und präventive Strukturen vor Ort verlässlich ineinandergreifen. Weiterlesen
BMFTR fördert Use Cases für In-silico-Methoden in der Medizin
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert anwendungsorientierte Use Cases, die den Nutzen von In-silico-, das heißt computergestützten, Methoden für konkrete Fragen in Forschung und Versorgung zeigen. Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen; erwartet werden interdisziplinäre Konsortien aus Medizin, Versorgung, Informatik, Datenwissenschaften, Mathematik oder verwandten Fachgebieten. Gefördert werden unter anderem computergestützte Vorhersagen von Krankheitsverläufen, digitale Zwillinge, patient*innenspezifische Modelle, KI-gestützte Entscheidungsunterstützung und Simulationen zur Therapieentwicklung. Für die Demenzforschung ist der Aufruf besonders relevant, weil datengetriebene Demenzprävention, KI und digitale Zwillinge dazu beitragen können, individuelle Risikoprofile besser zu verstehen und Demenzen früher vorherzusagen. Projektskizzen können bis zum 27. August 2026 eingereicht werden. Weiterlesen
Klassische Musik für Menschen mit Demenz
In der Reihe "Mittwochs um 5" widmet sich die Bundesinitiative Musik & Demenz dem Thema "Musik und Demenz" aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Folge "Blickpunkt: Konzerthäuser, Musiktheater, Orchester" zeigt, wie klassische Musikinstitutionen Angebote für Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen gestalten können. Im Gespräch mit Expert*innen aus Musikvermittlung und Beratung geht es um besondere Konzertformate, gut aufbereitete Inhalte, flexible Musiker*innen und Moderator*innen sowie die Wirkung von Musik auf Teilhabe, Entlastung und Begegnung. Die Aufzeichnung ist über den YouTube-Kanal des Deutschen Musikrats abrufbar. Sehen
Desideria-Podcast macht Mut zum Reisen mit Demenz
In der Kompaktfolge "Urlaub und Reisen mit Demenz – Erfahrungen von Angehörigen" aus dem Podcast "Leben. Lieben. Pflegen." geht Desideria der Frage nach, ob Reisen auch mit Demenz möglich ist. Host Peggy Elfmann lässt fünf Angehörige zu Wort kommen, die von sehr unterschiedlichen Erfahrungen berichten – von Reisen mit der an Alzheimer erkrankten Mutter über eine Reise nach Nordfinnland mit dem Vater bis hin zu Urlauben mit dem an frontotemporaler Demenz erkrankten Ehemann. Die Folge zeigt, dass Urlaub mit Demenz gelingen kann, wenn Bedürfnisse, Belastungsgrenzen, Vertrautheit und Teilhabe zusammengedacht werden. Hören
PREDICTOM erklärt europäische Forschung zur frühen Demenzerkennung
Der YouTube-Kanal des europäischen Forschungsverbunds PREDICTOM gibt Einblicke in die Zusammenarbeit von Partner*innen aus Forschung, Versorgung, Industrie und Patient*innenvertretungen zur frühen Erkennung von Demenzrisiken. PREDICTOM entwickelt eine KI-gestützte Screening-Plattform, die Menschen mit erhöhtem Demenzrisiko möglichst vor dem Auftreten erster Symptome identifizieren soll – unter anderem mit Biomarkern, digitalen Tests und Verfahren, die teilweise von zu Hause aus durchgeführt werden können. Auf dem Kanal finden sich Videos rund um frühe Demenzerkennung, Risikoreduktion, Hirngesundheit und die Frage, wie Forschungsergebnisse verständlich und praxisnah vermittelt werden können; dabei wird unter anderem die europäische Zusammenarbeit für bessere Forschung und Versorgung sichtbar. Veröffentlicht wird der Kanal vom PREDICTOM-Projekt, das im Rahmen der Innovative Health Initiative gefördert wird. Sehen
Delir im Krankenhaus bei älteren Patient*innen
In der Folge "Delir bei älteren Patienten: 10 wichtige Fakten für die Klinik" sprechen PD Dr. Christine Thomas und Prof. Dr. Christine von Arnim über Prävention, Erkennung und Behandlung von Delir bei älteren Patient*innen. Thematisiert werden Formen und Ursachen des Delirs, Risikofaktoren, Screening, Aktivierung, sensorische Unterstützung sowie medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsmaßnahmen. Für die Versorgung von Menschen mit Demenz ist das Thema besonders relevant, weil ein Delir bestehende kognitive Einschränkungen verschlechtern, Angehörige stark belasten und die weitere Versorgung beeinflussen kann. Veröffentlicht wurde die 51-minütige Kooperationsfolge mit der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) im "Klinisch Relevant Podcast". Hören
Digitale Teilhabe älterer Menschen stärken
Der Fachbeirat "Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen" (DigiBäM) hat das Empfehlungspapier "Digitale Agenda ohne Ältere? Wege zu einer Digitalpolitik für alle" veröffentlicht. Darin fordert DigiBäM eine Digitalpolitik, die ältere Menschen aktiv einbezieht, digitale Kompetenzen stärkt, barrierefreie und niedrigschwellige Zugänge schafft und analoge Alternativen nicht vorschnell abbaut. Hintergrund ist unter anderem, dass nach Schätzung des Digitalpakts Alter rund fünf Millionen Menschen ab 60 Jahren in Deutschland offline sind. Für Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen ist digitale Teilhabe besonders wichtig: Digitale Gesundheitsangebote, Beratungsplattformen oder Behördenkontakte können nur dann unterstützen, wenn sie verständlich und barrierearm zugänglich sind. Weiterlesen
Silbernetz-Hotline erreicht einsame ältere Menschen
Eine Evaluation des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) zeigt, dass die Silbernetz-Hotline hoch belastete und oft schwer erreichbare ältere Menschen erreicht. Untersucht wurde das Angebot im Rahmen des Forschungsprojekts "Reichweite und Wirkung der Silbernetz-Hotline" ReWiSil, das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert wird. Die Hotline ist anonym, niedrigschwellig und täglich telefonisch erreichbar; sie richtet sich an Menschen, die sich einsam fühlen und ein offenes Ohr suchen. Bundesfamilienministerin Karin Prien betont: „Einfach mal reden kann für einsame Menschen einen großen Unterschied machen.“ Auch für Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen kann Einsamkeit ein zentrales Thema sein – niedrigschwellige Gesprächsangebote können deshalb wichtige Brücken zu Entlastung, sozialer Teilhabe und weiterführender Unterstützung schlagen. Weiterlesen
Jugend forscht zeichnet KI-System gegen Telefonbetrug aus
Beim 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht wurde ein KI-basiertes System zum Schutz vor Telefonbetrug ausgezeichnet. Entwickelt wurde es von Vincent Nack aus Bayern; das System soll betrügerische Gesprächsinhalte wie Schockanrufe oder den sogenannten Enkeltrick in Echtzeit erkennen, Nutzer*innen warnen und das Telefonat bei Täuschungsversuchen beenden. Überzeugt hat unter anderem die hohe gesellschaftliche Relevanz der anwenderfreundlichen Lösung, die speziell Senior*innen eine einfache Handhabung ermöglichen soll. Für Menschen mit Demenz kann ein solcher Ansatz besonders bedeutsam sein, weil kognitive Einschränkungen das Risiko erhöhen können, auf manipulative Anrufe hereinzufallen, und technische Schutzsysteme Angehörige entlasten können. Weiterlesen
Kommunale Zusammenarbeit für mehr gesundheitliche Chancengleichheit
Die Satellitenveranstaltung zum Kongress "Armut und Gesundheit" 2026 stand unter dem Motto "Das Ganze ist mehr! Zusammenarbeit in der Kommune". Rund 300 Teilnehmende tauschten sich online darüber aus, wie Gesundheitsförderung und Prävention vor Ort besser gelingen können – unter anderem durch Zusammenarbeit mit Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Ehrenamtlichen, Zivilgesellschaft und den Menschen, um die es geht. Solche kommunalen Netzwerke sind auch für Menschen mit Demenz wichtig: Caring Communities können dazu beitragen, Teilhabe, Nachbarschaftshilfe, Beratung, Bewegung, Ernährung, Hitzeschutz und soziale Unterstützung im Quartier zusammenzudenken. Die Veranstaltung wurde von Gesundheit Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen im Rahmen des Kooperationsverbundes Gesundheitliche Chancengleichheit ausgerichtet. Weiterlesen
Europäisches Parlament diskutiert digitale Gesundheit Der Ausschuss für öffentliche Gesundheit des Europäischen Parlaments hat am 24. Juni 2026 eine öffentliche Anhörung zu "Digital health: Preparing healthcare systems for the future" ausgerichtet. Im Mittelpunkt standen Künstliche Intelligenz, der Europäische Gesundheitsdatenraum, Biotechnologie, innovative Medizinprodukte und neue Gesundheitstechnologien. Für Menschen mit Demenz sind diese Entwicklungen besonders relevant, weil digitale Gesundheitsdaten, KI-gestützte Verfahren und vernetzte Versorgung künftig dazu beitragen können, Demenzen früher zu erkennen, Forschung zu beschleunigen und Versorgungssysteme besser auf die Bedarfe älterer Patient*innen vorzubereiten. Weiterlesen Steirisches Demenzforum widmet sich Prävention und Versorgung Das Vierte Steirische Demenzforum stand am 3. Juni 2026 im Grazer Minoritenzentrum unter dem Motto "Demenz – keine Frage des Alters". Rund 200 Teilnehmende diskutierten über Prävention, neue Therapiemöglichkeiten, Risikofaktoren, patient*innenorientierte Versorgung sowie die Bedeutung von Enttabuisierung, Entstigmatisierung und Wissenstransfer. In Workshops ging es unter anderem um Ernährung und Bewegung als Präventionsbausteine, innovative Wohnformen, integrierte Versorgung sowie die Rolle von Hausärzt*innen und psychologischen Testmöglichkeiten rund um die Diagnose. Das Forum wird einmal jährlich vom "Netzwerk Demenz Steiermark" organisiert und unterstützt die Umsetzung der österreichischen Demenzstrategie in der Steiermark. Weiterlesen Alzheimer Europe Alzheimer Hellas stellt Guinness-Weltrekord auf Alzheimer Hellas hat in Thessaloniki (Griechenland) mit 830 Teilnehmenden einen Guinness-Weltrekord für den größten Zeibekiko-Tanz aufgestellt. Mit der Aktion machte die Organisation auf Alzheimer und Demenz aufmerksam und setzte ein sichtbares Zeichen gegen Stigmatisierung. Zugleich wurde die Bedeutung von gemeinschaftlichen Aktivitäten für Bewusstsein, Teilhabe und Solidarität mit Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen hervorgehoben. Neue Ausgabe von Dementia in Europe erschienen Alzheimer Europe hat die Ausgabe 51 des Magazins "Dementia in Europe" veröffentlicht. Das Heft bündelt aktuelle Beiträge zu europäischer Demenzpolitik, Forschung, Praxis und den Erfahrungen von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen und bietet einen Überblick über Entwicklungen, die die Teilhabe, Rechte und Versorgung von Menschen mit Demenz in Europa stärken. Alzheimer Europe fordert gerechten Zugang zu neuen Alzheimer-Therapien Alzheimer Europe hat ein Positionspapier zum Zugang zu den neuen Anti-Amyloid-Therapien Lecanemab und Donanemab veröffentlicht. Die Organisation warnt, dass die 2025 in der EU zugelassenen Alzheimer-Medikamente in den meisten europäischen Ländern bislang nicht über die öffentlichen Gesundheitssysteme zugänglich sind und der Zugang damit häufig von Wohnort und finanziellen Möglichkeiten abhängt. Alzheimer Europe fordert deshalb unter anderem faire Bewertungsverfahren, die Einbeziehung von Menschen mit Alzheimer, Angehörigen und Patient*innenorganisationen, Investitionen in Diagnostik und spezialisierte Versorgung sowie Modelle für einen kontrollierten Zugang, etwa über Pilotprogramme. Zugleich betont die Organisation, dass neue Therapien zusätzliche Investitionen erfordern und nicht zulasten der bestehenden Unterstützung, Beratung, Pflege und Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen gehen dürfen.
Risiken von Demenzerkrankungen reduzieren
Memory trajectories in lonely individuals in Europe: an analysis of the Survey of Health, Ageing, and Retirement in Europe (SHARE) (L.C. Venegas-Sanabria et al., 2026) Die Studie von Forschenden aus Kolumbien, Spanien und weiteren Ländern geht der Frage nach, ob Einsamkeit den Gedächtnisabbau im Alter beschleunigt. Dafür nutzten sie Daten von mehr als 10.000 Menschen zwischen 65 und 94 Jahren aus zwölf europäischen Ländern, die über mehrere Jahre an der Studie "Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe" (SHARE) teilgenommen hatten. Das Ergebnis: Einsame ältere Menschen schnitten bei Gedächtnistests zu Beginn schlechter ab, ihre Gedächtnisleistung verschlechterte sich über sechs bis sieben Jahre aber nicht schneller als bei nicht einsamen Personen. Für Menschen mit Demenz bleibt Einsamkeit dennoch ein wichtiges Thema, weil soziale Teilhabe, Ansprache und Unterstützung entscheidend für Lebensqualität, Wohlbefinden und Prävention sind. Weiterlesen Effects of Exercise and Intensive Vascular Risk Reduction on Cognitive Function in Older Adults: A Randomized Clinical Trial (Zhang et al., 2026) Forschende aus den USA haben untersucht, ob sich die kognitive Leistungsfähigkeit älterer Menschen durch Ausdauertraining und eine intensive Senkung von Gefäßrisiken verbessern lässt. An der randomisierten klinischen Studie nahmen 513 Menschen im Alter von 60 bis 85 Jahren ohne Demenz teil. Sie erhielten entweder Ausdauertraining, eine intensive Behandlung von Blutdruck und LDL-Cholesterin, beide Maßnahmen zusammen oder die Regelversorgung. Nach zwei Jahren zeigte sich kein statistisch signifikanter Vorteil für die Kognition durch Training, Risikofaktorsenkung oder die Kombination beider Maßnahmen. Für Menschen mit Demenz und Personen mit erhöhtem Demenzrisiko bedeutet das: Bewegung und Herz-Kreislauf-Prävention sind und bleiben wichtig für die Gesundheit, reichen aber möglicherweise allein nicht aus, um kognitive Veränderungen kurzfristig messbar zu verbessern. Weiterlesen Amateur Soccer Heading and Acute Elevations in Blood-Based p-Tau217 and S100B (Hoppen et al., 2026) Kopfbälle im Amateurfußball hinterlassen offenbar kurzfristig messbare Spuren im Blut. Forschende aus den Niederlanden untersuchten 302 männliche Amateurfußballer ohne neurologische Vorerkrankungen; Blutproben wurden vor dem Spiel, direkt danach und nach 24 bis 48 Stunden entnommen, die Kopfbälle zusätzlich per Videoanalyse erfasst. Nach Spielen mit Kopfballbelastung stiegen Blutmarker an, die mit neuronaler Schädigung in Verbindung stehen, darunter p-tau217 und S100B; häufigere und stärkere Kopfbälle gingen mit ausgeprägteren Veränderungen einher. Für die Prävention demenzieller Erkrankungen liefert die Studie einen weiteren Hinweis darauf, dass wiederholte Kopfbelastungen im Sport ernst genommen und mit Blick auf Hirngesundheit weiter untersucht werden sollten. Weiterlesen
Präventive und rehabilitative Angebote für Menschen mit Demenz stärken
Conversion cascades for sensory and oral capability in primary care and community settings (Huang et al., 2026) Screening allein reicht nicht aus, wenn Unterstützung ältere Menschen im Alltag wirklich erreichen soll. Forschende aus Singapur und weiteren Ländern schlagen in einer konzeptionellen Übersichtsarbeit sogenannte "Conversion Cascades" vor, um Programme zu Hör-, Seh- und Mundgesundheit daran zu messen, ob aus einem erkannten Bedarf auch Bewertung, Beratung, Vermittlung, Nutzung und spürbarer Nutzen entstehen. Im Mittelpunkt stehen Fähigkeiten wie Hören, Sehen, Kauen, Schlucken und Mundgesundheit, die für Kommunikation, Ernährung, Selbstständigkeit und Teilhabe zentral sind. Gerade bei Menschen mit Demenz können Sinnes- und Mundgesundheitsprobleme den Alltag zusätzlich erschweren; wirksame Versorgung muss deshalb niedrigschwellig, verständlich und dauerhaft nutzbar sein. Weiterlesen
Forschung zu Prävention und Therapie der Demenz fördern
Brain Health Across the Life Span: A Framework for Future Studies: A Scientific Statement From the American Heart Association (Marsh et al., 2026) Hirngesundheit beginnt nicht erst im Alter – das macht ein neuer wissenschaftlicher Beitrag im Fachmagazin "Stroke" von Forschenden aus den USA deutlich. Die Übersichts- und Positionsarbeit fasst Forschung zu psychischer Gesundheit, Schlaf, Umweltbelastungen, sozialer Lage, Infektionen, chronischen Erkrankungen, Darmmikrobiom und Entzündungsprozessen zusammen. Die Autor*innen zeigen, dass biologische, soziale und gesellschaftliche Faktoren die Hirngesundheit über die gesamte Lebensspanne prägen. Mit Blick auf Demenz unterstreicht das Papier, dass Prävention, Gesundheitsförderung und gute Lebensbedingungen früh ansetzen und langfristig gedacht werden müssen. Weiterlesen AI guided discovery of a murine model of asymptomatic Alzheimer’s disease (Jati, Taheri et al., 2026) Warum bleiben manche Menschen trotz Alzheimer-typischer Veränderungen im Gehirn lange kognitiv stabil? Forschende aus den USA und weiteren Ländern haben mithilfe Künstlicher Intelligenz menschliche Hirngewebe-Daten und verschiedene Mausmodelle ausgewertet, um dieser Frage nachzugehen. Sie entwickelten eine 40-Gen-Signatur der Alzheimer-Krankheit und identifizierten ein Mausmodell, bei dem Alzheimer-ähnliche molekulare und neuropathologische Veränderungen vorlagen, Lern- und Gedächtnisleistungen aber erhalten blieben.Besonders bei weiblichen Mäusen zeigten sich mögliche Schutzmechanismen. Derartige Modelle können in der Demenzforschung helfen, Mechanismen kognitiver Widerstandsfähigkeit besser zu verstehen und daraus neue Ansätze für Prävention, Biomarker und Therapien abzuleiten. Weiterlesen Alzheimer’s disease neuropathology plasma biomarkers and cognition in midlife: a community-based cohort study (Jiang et al., 2026) Bereits im mittleren Lebensalter können Alzheimer-assoziierte Blutmarker Hinweise auf spätere kognitive Veränderungen geben. Das zeigt eine Kohortenstudie von Forschenden aus den USA mit 1.350 Teilnehmenden ohne Demenz im Alter von 53 bis 69 Jahren, bei denen unter anderem Aβ42, Aβ40 und p-tau217 im Blut sowie verschiedene kognitive Leistungen erfasst wurden. Obwohl Alzheimer-typische Biomarker in dieser Altersgruppe selten waren, korrelierten sie mit einer geringeren Verarbeitungsgeschwindigkeit, einer beeinträchtigten exekutiven Funktion und einem erhöhten Risiko für einen beschleunigten kognitiven Abbau. Für die künftige Versorgung von Menschen mit Demenz könnten solche Bluttests frühere Prävention und Diagnostik erleichtern, müssen bei symptomfreien Personen aber sorgfältig interpretiert werden. Weiterlesen
23. bis 26. September 2026 Jahreskongress der DGG und der DGGG Goethe-Universität Frankfurt am Main Zur Veranstaltungs-Website 2. Oktober 2026, 9:00 bis 18:00 Uhr 21. Fachtagung Palliative Geriatrie Leben und Sterben in Würde: Alles nur schöner Schein? Wie es gelingt, palliativgeriatrische Sorge zu gestalten. Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie, Berlin Zur Veranstaltungs-Website 5. und 6. Oktober 2026 Netzwerktagung 2026: Nationale Demenzstrategie Was wirkt – was zählt – was folgt? Geschäftsstelle Nationale Demenzstrategie Zur Veranstaltungs-Website 15. bis 16. Oktober 2026 13. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Messe Magdeburg Zur Veranstaltungs-Website 27. bis 29. Oktober 2026 36th Alzheimer Europe conference Alzheimer Europe, Dublin Zur Veranstaltungs-Website 12. und 13. November 2026 Deutscher Pflegetag DPSG Deutscher Pflegetag, Berlin Zur Veranstaltungs-Website 15. Dezember 2026,10:00 bis 11:00 Uhr "Von der Demenzprävention zu Brain Health – was wir wissen, wo wir stehen und wo es hingeht?" Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern, Online Zur Veranstaltungs-Website Jederzeit Demenz Partner - Webtraining Zur Anmeldung
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