Mehr Wissen, mehr Begegnung, mehr Teilhabe!

Poster zum Welt-Alzheimertag 2026 - Motto: "Demenz - (k)eine Frage des Alters"
"Demenz - (k)eine Frage des Alters" Poster zum Welt-Alzheimertag 2026
Schauspielerin Katy Karrenbauer im grünen Bademantel vor dem Kölner Dom, sie beteiligt sich an der Bademantelchallenge.
Schauspielerin Katy Karrenbauer beteiligt sich an der #bademantelchallenge. © Jan Knoff Fotografie
Poster zur "Teamgeist"-Kampagne
Demenz Partnerinnen: Saskia Weiß (stellvertretende Geschäftsführerin der DAlzG), Martina Voss-Tecklenburg (Bundestrainerin), Spielerinnen der Frauennationalmannschaft, Christine Lambrecht (Bundesseniorenministerin)
Demenz Partnerinnen (v.l): Saskia Weiß (stellvertretende Geschäftsführerin der DAlzG), Martina Voss-Tecklenburg (Bundestrainerin), Spielerinnen der Frauennationalmannschaft, Christine Lambrecht (Bundesseniorenministerin) © DFB/Maja Hitij
Jessica Dinter, Anna Gausmann und die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Dittmar (BMG) nach Abschluss des Demenz Partner-Kurses beim Kirchentag in Nürnberg ©DAlzG
Knietzsche und die Demenz
Jugendliche zeigen einer älteren Frau mit Demenz ihr Projekt "Virtual Reality gegen Demenz", die ältere Dame mit einer Begleitperson an einem Laptop und hat eine VR-Brille auf.
Jugendliche des Arnold-Gymnasiums Neustadt bei Coburg zeigen ihr Projekt "VR gegen Demenz".
Eine Frau spielt Gitarre, vor ihr auf dem Boden liegen Rhythmus-Instrumente.
Martina Dach beim Kongress "Musizieren für und mit Menschen mit Demenz – Perspektiven für Chöre und Instrumentalensembles".

Ob Jung oder Alt, in der Freizeit oder im Berufsleben – Demenz begegnet uns in vielen Kontexten. Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele Menschen ohne Vorurteile auf Menschen mit Demenz zugehen und ihnen so Teilhabe ermöglichen. Dies verfolgen Akteure der Strategie mit dem Ziel 1.5 Die Öffentlichkeit für Menschen mit Demenz sensibilisieren.

Demenz betrifft nicht nur das Gesundheitswesen. Sie betrifft den Alltag: in der Familie, in der Nachbarschaft, im Verein, im öffentlichen Raum, in Schule, Kultur und Arbeitsleben. Ob Menschen mit Demenz am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, hängt deshalb nicht allein von professionellen Hilfen ab, sondern auch davon, wie verständnisvoll ihre Umwelt reagiert. Der World Alzheimer Report 2024 zeigt, dass Einstellungen zu Demenz und gesellschaftliche Bilder weiterhin eine große Rolle dafür spielen, wie Menschen mit Demenz wahrgenommen und einbezogen werden. Sensibilisierung ist deshalb kein "Zusatz", sondern eine Voraussetzung für Teilhabe.

Genau hier setzt Ziel 1.5 Die Öffentlichkeit für Menschen mit Demenz sensibilisieren der Nationalen Demenzstrategie an. Es bündelt Maßnahmen, die Öffentlichkeit herstellen, Wissen vermitteln und konkrete Begegnungen ermöglichen. Die Maßnahmen des Ziels wirken auf unterschiedlichen Ebenen, ergänzen sich aber deutlich. Die Woche der Demenz schafft jährlich Aufmerksamkeit und bündelt Aktionen vieler Akteure (Maßnahme 1.5.1). Sensibilisierungskampagnen (Maßnahme 1.5.2) und Social-Media-Arbeit (Maßnahme 1.5.4) verstärken diese Sichtbarkeit und bringen das Thema in breitere Öffentlichkeiten. Die Initiative "Demenz Partner" übersetzt Sensibilisierung in konkrete Schulungen für Alltagssituationen (Maßnahme 1.5.3). Angebote für Kinder und Jugendliche sorgen dafür, dass Wissen früh vermittelt wird und Vorurteile gar nicht erst verfestigt werden (Maßnahme 1.5.5). Und Informations- und Kulturveranstaltungen erreichen Menschen auch über kreative, emotionale und partizipative Zugänge (Maßnahme 1.5.6). So entsteht aus einzelnen Maßnahmen ein gemeinsamer Rahmen für mehr Wissen, mehr Begegnung und mehr Teilhabe.

Die Woche der Demenz als wiederkehrender Anker für Aufmerksamkeit

Die Woche der Demenz ist ein zentrales Element des Ziels. Sie findet jedes Jahr rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September statt und soll die Öffentlichkeit informieren und für die Situation von Menschen mit Demenz sensibilisieren. Die Akteure der Nationalen Demenzstrategie haben vereinbart, sich jährlich mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen zu beteiligen. Die Maßnahme läuft bis Ende 2026 weiter, die Aktivitäten werden jeweils gesondert von der Geschäftsstelle Nationale Demenzstrategie abgefragt und dokumentiert – zum Beispiel mit Sonder-Newslettern (2024 und 2025) und einer Aktuellen Meldung im Vorfeld der Woche der Demenz.

Regelmäßig zeigt sich dabei eine große Bandbreite an Formaten. Unter anderem Filmvorführungen, Lesungen, Vorträge, Demenz-Partner-Schulungen, Beratungsangebote und lokale Veranstaltungsreihen.

  • 2022 reichten die Aktionen von Online-Vorträgen und Spendenläufen bis zu neuen Webinhalten zur Demenzprävention, Filmvorführungen und demenzsensiblen Gottesdiensten.
  • 2023 präsentierten die Akteure Social-Media-Aktionen, Treffen von Fachgesellschaften oder Dokumentarfilme.
  • 2024 kamen unter anderem Museumsführungen, Bibliotheksangebote und Sing-Aktionen für und mit Menschen mit Demenz hinzu.
  • 2025 reichte das Spektrum der Angebote von Vorträgen und Ausstellungen über offene Singangebote bis zu Podcasts, Demenzparcours und Fachtagen.

Einige Aktionen konnten dabei besondere Aufmerksamkeit erregen, wie die #bademantelchallenge des Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) aus dem Jahr 2023, bei der Menschen an einem ungewöhnlichen Ort ein Foto im Bademantel posteten und weitere Personen zur Teilnahme nominierten. So wurde das Thema Demenz aus klassischen Fachkontexten herausgeholt und erzeugte Aufmerksamkeit auch in digitalen Räumen. Aufgegriffen wurde die Aktion beispielsweise von der Bild-Zeitung sowie im Fernsehsender RTL.

Zur Sichtbarkeit der Woche trägt seit einigen Jahren auch die Deutsche Fernsehlotterie bei. Im Jahr 2021 gab es umfassende Berichterstattung im Online-Magazin, der Gewinnzahlen-Bekanntgabe sowie in PR und Social Media. Ein spannendes Beispiel ist die Kooperation zwischen der Fernsehlotterie und dem YouTuber tomatolix zum Thema Demenz, der ein Video veröffentlichte, in dem es darum ging, darüber aufzuklären, wie es wirklich ist, mit Demenz zu leben.

Sensibilisierungskampagnen von lokal bis national

Zwischen 2020 und 2023 sensibilisierte die Bundestrainerin der deutschen Frauennationalmannschaft Martina Voss-Tecklenburg in ihrer Rolle als Demenzbotschafterin die Öffentlichkeit für Menschen mit Demenz. Sie betonte die Bedeutung von Prävention und war Teil der Kampagne "Teamgeist für Menschen mit Demenz" , welche Mitarbeiter*innen in Supermärkten, Bäckereien oder Apotheken und Banken über die Verständigung mit Menschen mit Demenz aufklärt und Beispiele für Handlungsweisen in spezifischen Situationen gibt, da Menschen mit Demenz auch im öffentlichen Raum Unterstützung benötigen. Des Weiteren ließ sich Martina Voss-Tecklenburg zusammen mit den Spielerinnen der Frauenfußballnationalmannschaft zur Demenz-Partnerin schulen.

Auf lokaler Ebene tragen insbesondere die vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderten Lokalen Allianzen mit verschiedenen Projekten zur Sensibilisierung der Gesellschaft bei. Ein Fokus liegt auf wirksamen und innovativen Ansätzen der Öffentlichkeitsarbeit. Die bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) angesiedelte Netzwerkstelle hat dafür zuletzt Formate wie die Workshops "Sichtbar werden durch guten Content" und "Einsteigen und Durchstarten: Erste Schritte zur Öffentlichkeitsarbeit auf Instagram" angeboten.

Wie diese lokale Sensibilisierung konkret aussehen kann, zeigen Praxisbeispiele. In Jena wurde etwa mit der Ernst-Abbe-Bücherei eine demenzsensible Bibliothek weiterentwickelt: Es wurden zusätzliche Materialien zum Thema Demenz angeschafft, Thementische eingerichtet, Flyer der Lokalen Allianz ausgelegt, Medienkisten für Angehörige bereitgestellt und Führungen für Menschen mit Demenz angeboten. Solche Ansätze machen Demenz im Sozialraum sichtbar und verbinden Information mit konkreter Teilhabe. Auch Netzwerke wie das DemenzNetzwerk Region Hildesheim zeigen, wie Öffentlichkeitsarbeit über Informationsmappen, direkte Ansprache von Hausarztpraxen und regionale Vernetzung funktionieren kann.

Schulung von Multiplikator*innen: Sensibilisierung wird alltagstauglich

Besonders greifbar wird Ziel 1.5 in der Maßnahme 1.5.3 Sensibilisierung und Schulung von Multiplikatoren aus dem sozialen Umfeld. Hier steht die Initiative Demenz Partner der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) im Mittelpunkt. Die Schulungen dauern 90 Minuten, sind kostenlos und werden vor Ort, online oder als Webtraining angeboten. Ziel ist, Berührungsängste abzubauen und den Umgang mit Menschen mit Demenz im Alltag sicherer zu machen.

Geschult wurden und werden dabei nicht nur allgemein Interessierte, sondern auch verschiedene Berufsgruppen wie Mitarbeitende im ÖPNV, bei der Feuerwehr, in Apotheken sowie Rettungskräfte. Gerade diese Gruppen haben häufig kurze, aber entscheidende Kontakte mit Menschen mit Demenz. Je besser sie auf diese Situationen vorbereitet sind, desto demenzsensibler wird der öffentliche Alltag.

Die Initiative hat in den vergangenen Jahren deutlich an Reichweite gewonnen. Im Juni 2023 wurde der hunderttausendste Demenz Partner gefeiert. Auf der Website der Initiative sind mit Stand 31. März 2026 bereits 145.983 Demenz Partner*innen in Deutschland verzeichnet. Das zeigt: Sensibilisierung erreicht nicht nur Fachkreise, sondern zunehmend auch die breite Bevölkerung. Zugleich gilt die Maßnahme im Monitoring noch als "ausstehend", weil die Schulungen und deren Ausbau bis Ende 2026 (und im besten Falle auch darüber hinaus) weiterlaufen.

Abgestimmt kommunizieren und Synergien nutzen

Die Maßnahme 1.5.4 Ausbau sozialer Medienarbeit wurde zwar formal bereits abgeschlossen, ihr Kern ist aber weiterhin aktuell. Die Öffentlichkeitsarbeit zu Demenz soll zielgruppenspezifisch und möglichst barrierearm ausgebaut werden. Daran arbeiten das BMBFSFJ, das BMG, die DAlzG, das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) und die Deutsche Fernsehlotterie gemeinsam. Das erklärte Ziel ist, Öffentlichkeitsarbeit abzustimmen und Synergien zu nutzen. Dazu sollen gemeinsame Anlässe, aufeinander bezogene Inhalte, unterschiedliche Zielgruppen und eine gebündelte Sichtbarkeit rund um Aktionszeiträume wie die Woche der Demenz beitragen.

Konkret zeigt sich diese abgestimmte Arbeit daran, dass die verschiedenen Akteure ihre jeweiligen Kanäle und Stärken einbringen. Das ZQP nutzt Newsletter sowie soziale Medien wie Facebook und LinkedIn und bündelt zusätzlich frei zugängliche Informationen auf seiner Website, darunter den Ratgeber Demenz, Videos, Artikel und Pflegetipps. Die Deutsche Fernsehlotterie verbindet Online-Magazin, Social Media und sogar TV-Reichweite. Die DAlzG stellt Materialien wie Plakate und Broschüren bereit. Die Bundesministerien nutzen ihre hohen Reichweiten, um eine breite Öffentlichkeit zum Thema Demenz zu sensibilisieren, beispielsweise in der Woche der Demenz.

Frühes Wissen gegen spätere Vorurteile

Ein weiterer wichtiger Baustein sind Angebote für Kinder und Jugendliche zum Thema Demenz (Maßnahme 1.5.5). Hier geht es darum, Demenz verständlich, altersgerecht und angstfrei zu erklären. Lehrkräfte finden auf Alzheimer4teachers erprobtes Unterrichtsmaterial von der Grundschule bis zur Oberstufe. Die Website bietet unterschiedliche Themenzugänge, etwa zu Älterwerden, Demenz, Kommunikation, Angehörigen und Unterstützungsangeboten; auch Umfang und Methoden sind flexibel, von einzelnen Stunden bis zu Projekttagen. Die Seite baut auf dem aktualisierten Handbuch "Demenz – Praxishandbuch für den Unterricht" auf, das im Rahmen des Projektes Alzheimer&you entstand.

Ergänzend liegt die von der Kultusministerkonferenz (KMK) bereitgestellte Handreichung "Verständnis für Menschen mit Demenz" für allgemein- und berufsbildende Schulen vor. Sie betont, dass Demenz in der Gesellschaft noch häufig tabuisiert wird und dass Menschen mit Demenz Kontinuität sozialer Kontakte und ein unterstützendes Umfeld brauchen, um weiterhin teilhaben zu können. Damit liefert sie Schulen einen fachlichen Rahmen und Anregungen für die Unterrichtspraxis.

Einen kindgerechten Zugang zum Thema Demenz bietet der Animationsfilm "Knietzsche und die Demenz". Er wurde unter fachlicher Beratung der DAlzG und des Kompetenzzentrums Demenz in Schleswig-Holstein entwickelt. Zusätzlich wurde gemeinsam mit der Schöpferin von Knietzsche, Anja von Kampen, ein "Einfühlungs-Workshop" konzipiert, der sich auch als Unterrichtseinheit für Grundschulkinder eignet. Hier werden Kinder über das Thema "Erinnerungen" an die Situation herangeführt, wenn Menschen ihre Erinnerungen verlieren. An ältere Kinder und Jugendliche richtet sich die im Frühjahr 2026 veröffentlichte Website "Decode Demenz", die Wissen zu Demenz in altersgerechter Art vermittelt – etwa über Peer-to-Peer-Videoformate und eine an Social Media angelehnte Seitengestaltung.

Zur Maßnahme gehört außerdem der bundesweite Schulwettbewerb "Demenz: Hinsehen, helfen, handeln!". Er lief von September 2024 bis Januar 2025 und richtete sich an Schüler*innen der Klassen 7 bis 10 sowie an Auszubildende von Pflegeschulen. Ziel war, kreative und praktische Ideen zur Förderung sozialer Teilhabe von Menschen mit Demenz zu entwickeln. Es wurden 59 Projekte eingereicht; sechs Beiträge wurden ausgezeichnet. Den ersten Platz in der Kategorie "Weiterführende Schulen" erhielt das Projekt "VR gegen Demenz" des Arnold-Gymnasiums Neustadt bei Coburg, das vertraute Orte mithilfe von Virtual Reality für Menschen mit Demenz erlebbar machen will. In der Kategorie "Pflegeschulen" gewann das Caritas Bildungswerk für Pflege und Gesundheit Ahaus mit ihrem mehrsprachigen, interaktiven Buch, welches gezielt auf die Bedürfnisse nicht deutschsprachiger Menschen mit Demenz eingeht, den ersten Platz. Den zweiten Platz in der Kategorie "Weiterführende Schulen" belegte die Carl-von-Linde Schule aus Kulmbach in Bayern. Mit ihrem Projekt "Demenzkoffer" entwickelten die Schüler*innen einen individuell anpassbaren Koffer mit Spielen und Materialien zur kognitiven und emotionalen Aktivierung. Unter den Pflegeschulen erreichte die Ludwig Fresenius Schule für Ergotherapie aus Koblenz den zweiten Platz. Im Rahmen des Projekts "Demenz-Workshop für Grundschulkinder" wurde ein Workshop-Format (plus Kinderbuch) entwickelt, das junge Kinder frühzeitig für das Thema Demenz sensibilisiert. Schließlich belegte die Liebfrauenschule aus Nottuln den dritten Platz in der Kategorie "Weiterführende Schulen". Im Rahmen des Wahlpflichtkurses wurde das Projekt "Jugendliche begleiten Menschen mit Demenz" entwickelt, wobei es sich um ein Unterrichtsmodul handelt, welches Theorie und Praxis miteinander verbindet. Die Schüler*innen erhielten durch direkte Einsätze in Pflegeeinrichtungen einen intensiven Einblick in den Alltag mit Demenz. In der Kategorie "Pflegeschulen" belegt das Pfalzklinikum Kaiserslautern aus Rheinland-Pfalz den dritten Platz. In ihrem Projekt "Podcast-Reihe: Wer bin ich?" werden in drei Folgen verschiede Aspekte des Lebens mit Demenz behandelt.

Demenz mit Informations- und Kulturveranstaltungen sichtbar machen

Kultur, Kunst und Musik sind für Menschen mit Demenz wichtig und ermöglichen ihnen vielfältige Teilhabe. Mit der Maßnahme 1.5.6 Informations- und Kulturveranstaltungen zum Thema Demenz will der Deutsche Kulturrat ebensolche Projekte sichtbar machen.

Es hat sich außerdem gezeigt, dass der kulturelle Bereich innerhalb der Strategie weiter an Bedeutung gewinnt. 2025 startete im Rahmen der Bundesinitiative "Musik und Demenz" (BIMuD) das innovative Online-Format "Mittwochs um 5", das sich der wichtigen Rolle von Musik bei Demenz widmet. Die kostenfreie Veranstaltungsreihe, die über Zoom durchgeführt wird, bietet Interessierten eine einzigartige Plattform zum Lernen und Austauschen. Die BIMuD wird vom Deutschen Musikrat, der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik und dem Bundesmusikverband Chor & Orchester getragen. Sie setzt sich dafür ein, dass die vielfältigen Potenziale von Musik im Rahmen der Teilhabe, Behandlung, Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz deutlich stärker als bisher genutzt werden.

Auch rund um die Woche der Demenz werden zahlreiche kulturelle Formate veranstaltet. Die Akteure zeigen Kinofilme mit Demenz-Bezug, Ausstellungen, bieten offene Singangebote, musikalische Beiträge, Filmfeste, Kunst-Installationen, Museumbesuche und Fachkonferenzen zur kulturellen Teilhabe. Diese Formate sind mehr als Begleitprogramm: Sie eröffnen niedrigschwellige Zugänge, schaffen Begegnung und sprechen Menschen an, die klassische Fachinformationen allein oft nicht erreichen.

Aktueller Stand und Ausblick

Ziel 1.5 zeigt bereits deutlich, wie verschiedenste Maßnahmen zusammenwirken können. Die Woche der Demenz läuft weiter und wird jährlich bis Ende 2026 mit Aktionen der Akteure begleitet. Die Sensibilisierungskampagnen und die soziale Medienarbeit sind formal abgeschlossen, wirken aber in der Praxis fort. Die Maßnahme zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen ist weiter in Umsetzung, ebenso die zu Schulungen von Multiplikator*innen, die bis Ende 2026 weiter ausgebaut werden sollen.

Für die Zielgruppen bedeutet das konkret: Menschen mit Demenz treffen häufiger auf informierte und sensibilisierte Menschen, Angehörige finden mehr Anknüpfungspunkte in Öffentlichkeit und Alltag, und Fachakteure können auf bestehende Materialien, Kampagnenideen und erprobte Formate zurückgreifen. Für das Netzwerk der Nationalen Demenzstrategie ist Ziel 1.5 damit ein gutes Beispiel dafür, wie Öffentlichkeitsarbeit, Bildung, Qualifizierung und kulturelle Teilhabe gemeinsam dazu beitragen können, Demenz sichtbarer zu machen und das Leben mit Demenz selbstverständlicher in die Mitte der Gesellschaft zu rücken. Eine Aufgabe, die auch über die Laufzeit der Strategie nicht an Bedeutung verlieren wird.

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