Medizinische und pflegerische Versorgung

Weiterentwicklung der Pflege und medizinischen Versorgung von Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz benötigen ein ganzheitliches, sektorenübergreifendes medizinisches und pflegerisches Versorgungssystem, das ihren individuellen und krankheitsbedingten Bedarf berücksichtigt. Sie brauchen eine Umgebung, die ihnen Sicherheit und Orientierung gibt. Um dies zu erreichen, müssen zum Beispiel die Abläufe in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen demenzsensibel gestaltet werden. Dazu muss ausreichend qualifiziertes Personal vorhanden sein.

Damit die medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz verbessert werden kann, sollen Versorgungsangebote besser vernetzt werden. Für unterschiedliche Berufsgruppen sollen Qualifikationsangebote bereitgestellt werden. Außerdem wird beabsichtigt, die Angebote in der ambulanten Versorgung für Menschen mit Demenz auszubauen. Der Ausbau von mobilen Rehabilitationsangeboten soll helfen, die kognitiven und funktionellen Fähigkeiten bei Menschen mit Demenz möglichst lange zu erhalten.

Wichtige Maßnahmen zur besseren medizinischen und pflegerischen Versorgung von Menschen mit Demenz sind:

Die Bundesregierung prüft, ob in Pflegeeinrichtungen ausreichend Personal vorhanden ist, um Menschen mit Demenz angemessen zu versorgen.

Das BMG und das BMFSFJ prüfen im Rahmen des Projekts zur Entwicklung und Erprobung eines Personalbemessungsverfahrens für Pflegeeinrichtungen nach § 113c SGB XI, ob das Personalbemessungsverfahren eine ausreichende Grundlage für einen angemessenen Personalschlüssel für die Pflege und Betreuung von Pflegebedürftigen mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen und stark herausforderndem Verhalten darstellt. Das Prüfergebnis wird im Rahmen der Umsetzung eines Personalbemessungsverfahrens beachtet. Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, der bpa und der VDAB fördern die Umsetzung durch geeignete Maßnahmen der Organisations- und Personalentwicklung in ihren Mitgliedseinrichtungen.

Das BMG und das BMFSFJ werden die Überprüfung bis Ende 2022 sicherstellen. Bis Ende 2024 werden geeignete Maßnahmen zur Umsetzung des Personalbemessungsverfahrens durch die Verbände der Leistungserbringer erfolgen.

Pflegeeinrichtungen sollen stärker im Sinne von Menschen mit Demenz gestaltet werden. Dazu gehört die Architektur und Einrichtung von Pflegeheimen sowie die Arbeitsorganisation in der Pflege.

Das KDA entwickelt unter Beteiligung der BAGFW, dem bpa, der DAlzG, dem VDAB und weiterer geeigneter Akteure Empfehlungen zur Schaffung geeigneter Milieus für Menschen mit Demenz in Pflegeeinrichtungen. Dies umfasst u. a. die Gestaltung von Räumlichkeiten, Arbeitsorganisation und Umgang mit den Betroffenen. Die Empfehlungen sollen sowohl für bestehende Einrichtungen als auch für neu entstehende geeignet sein. Die Länder unterstützen nach entsprechender Prüfung diese Empfehlungen. Die BAGFW, der bpa und der VDAB informieren ihre Mitgliedseinrichtungen über die Empfehlungen.

Bis Ende 2022 werden die Empfehlungen entwickelt, die BAGFW, der bpa und der VDAB werden ihre Mitgliedseinrichtungen informieren.

Es wird ein Versorgungspfad entwickelt, um die Zusammenarbeit in der Begleitung, Beratung, Behandlung und Pflege von Menschen mit Demenz zu verbessern.

Im Rahmen der Nationalen Demenzstrategie wird ein Versorgungspfad für Menschen mit Demenz entwickelt. Dabei wirken folgende Akteure mit: BAGFW, BÄK, bpa, DAlzG, BAGSO, DED, DGG, DGGG, DGGPP, DGPPN, DZNE, DKG, DVfR, DEGAM, DPR, GKV-SV, KBV, KDA, SPIZ ZNS und VDAB. Sie definieren innerhalb des Pfades die jeweiligen Aufgaben und beschreiben die erforderlichen Schnittstellen zwischen den Sektoren. Weitere relevante Akteure, z. B. der Deutsche Behindertenrat und die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe, werden einbezogen. Dazu setzen das BMG und das BMFSFJ ein eigenständiges Projekt auf. Sofern ein Versorgungspfad entwickelt wurde, fördern alle beteiligten Akteure seine Umsetzung in die Praxis.

Bis Ende 2024 wird der Versorgungspfad entwickelt.

Das Bundesministerium für Gesundheit prüft, ob und wie präventive Angebote für Menschen mit Demenz gestärkt werden können. 

Das BMG wertet die Evaluationsergebnisse (§ 18c Abs. 2 SGB XI) sowohl hinsichtlich der Aussagen zum Thema „Prävention“ als auch im Hinblick auf dahingehende Empfehlungen systematisch aus. Das BMG prüft auf dieser Basis, inwieweit daraus gesetzgeberische Anpassungsbedarfe bzw. Anpassungsmöglichkeiten zur Verbesserung der präventiven Versorgung abgeleitet werden können. Der GKV-SV prüft, ob der Leitfaden Prävention nach § 20 Abs. 2 SGB V und der Leitfaden Prävention nach § 5 SGB XI ergänzt werden müssen.

Bis Ende 2022 werden die Auswertung und die Prüfungen erfolgen. Bis Ende 2024 werden ggf. gesetzgeberische Maßnahmen umgesetzt.