Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) hat neue Zahlen zur Häufigkeit von Demenzerkrankungen in Deutschland veröffentlicht. Grundlage sind Berechnungen von Prof. Dr. René Thyrian und Dr. Iris Blotenberg vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Dafür wurden die neuen, 2026 von Alzheimer Europe veröffentlichten, Prävalenzraten herangezogen. Demnach leben derzeit rund 1,78 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung in Deutschland, die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Die Forscher*innen konnten zudem beobachten, dass sich der Krankheitsbeginn verschiebt.
Prof. Dr. René Thyrian:
"Was wir feststellen können ist, dass die Gesellschaft offenbar insgesamt gesünder wird: Der durchschnittliche Beginn der Erkrankung verschiebt sich dadurch im Vergleich zum Stand vor 10 Jahren tendenziell in ein höheres Alter. Trotzdem steigt die Zahl der Demenzen immer weiter an."
Wesentlicher Grund für den Anstieg ist die steigende Lebenserwartung: Immer mehr Menschen erreichen ein Alter, in dem die Wahrscheinlichkeit einer Demenz stark zunimmt. Für 2050 rechnen die Autor*innen, abhängig von der Entwicklung von Lebenserwartung, Geburtenrate und Zuwanderung, mit 2,3 bis 2,6 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland. Wie stark dieser Anstieg ausfällt, hängt auch von der Altersentwicklung der Bevölkerung und dem Erfolg konsequenterer Präventionsbemühungen ab.
Zwischen den Bundesländern zeigen sich deutliche Unterschiede. In absoluten Zahlen leben die meisten Menschen mit Demenz in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind die Anteile in Hamburg mit 1,7 % und Berlin mit 1,8 % am niedrigsten. Sachsen und Sachsen-Anhalt weisen mit jeweils 2,6 % die höchsten Anteile auf.
Die aktualisierten Zahlen der DAlzG machen außerdem deutlich, dass Demenz nicht ausschließlich Menschen im hohen Alter betrifft. Fast fünf Prozent aller Menschen mit Demenz in Deutschland – rund 85.000 Personen – sind jünger als 65 Jahre. Die DALzG betont in diesem Zusammenhang, dass die Lebenssituation jung Erkrankter häufig anders ist als bei älteren Menschen, und passende Unterstützungsangebote häufig (noch) fehlen.
