Netzwerktagung Nationale Demenzstrategie 2022

"Leben mit Demenz - Wohnen heute und morgen"

Zu diesem Thema findet am 20. September 2022 die Netzwerktagung Nationale Demenzstrategie statt. Zum ersten Mal wird die Veranstaltung für die Mitglieder des Netzwerks der Nationalen Demenzstrategie in Präsenz am Ufer der Spree in Berlin stattfinden.

Wohnen und Demenz

Die Mitglieder des Netzwerks Nationale Demenzstrategie treffen sich einmal im Jahr, um Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Fragestellungen zu diskutieren und gemeinsam die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen zu fördern. Schwerpunktthema der diesjährigen Netzwerktagung ist das Thema Wohnen, das vielfältige Bereiche des Lebens von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen berührt. Mit Fortschreiten der Demenz verändern sich oftmals die Bedürfnisse der betroffenen Personen im Hinblick auf das Wohnen. Die Entscheidung, wie und wo man wohnt, ist für alle Beteiligten nicht immer leicht und teils auch sehr einschneidend. Damit alle Menschen mit Demenz in den unterschiedlichen Stadien der Demenz entsprechend ihrer Bedürfnisse ein sicheres, sinnhaftes und gutes Leben führen können, wird ein breites Angebot an Wohn- und Versorgungsmöglichkeiten benötigt.

Auch in der Nationalen Demenzstrategie wurden daher viele Maßnahmen vereinbart, die die Rahmenbedingungen für das Wohnen für Menschen mit Demenz verbessern sollen. „Leben mit Demenz – Wohnen heute und morgen“ wurde deshalb als Thema für die diesjährige Netzwerktagung der Nationalen Demenzstrategie gewählt.

 

Programm

Vorläufiges Programm

Gesamtmoderation: Dr. Cordula Endter

 

10:00 UhrBegrüßung
10:10 UhrImpulsvortrag - Dr. Karsten Schwarz, Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung
10:40 UhrMenschen mit Demenz haben das Wort
10:55 UhrVideobotschaft – Demenzbotschafterin Martina Voss-Tecklenburg
11:00 UhrGrußworte der Parlamentarischen Staatssekretärin und des Parlamentarischen Staatssekretärs 
Sabine Dittmar (BMG), Sven Lehmann (BMFSFJ)
11:30 Uhr

Moderiertes Gespräch

  • Dr. Romy Reimer, FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e. V.
  • Uwe Lübking, Deutscher Städte- und Gemeindebund
  • Dr. Bernhard Holle, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)
  • Marcel de Groot, Schwulenberatung Berlin gGmbH
 
12:15 UhrPause
13:15 Uhr  Fachforen
16:00 UhrSchlussfolgerungen und Verabschiedung
Johannes-Wilhelm Rörig (BMFSFJ), Maria Becker (BMG)
16:30 UhrEnde der Netzwerktagung

 

Fachforen

In den vier Fachforen können sich die Netzwerkmitglieder über aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse informieren und sich über ihre Erfahrungen und Herausforderungen bei der Umsetzung der Maßnahmen der Nationalen Demenzstrategie austauschen. Die thematische Ausrichtung der Foren richtet sich nach den vier Dimensionen des Wohnens – Zuhause, Wohnung, Sozialraum und Wohnumfeld.

Das Zuhause stellt einen sicheren und vertrauten Ort abseits von äußeren Einflussfaktoren und Stressoren dar. Menschen können hier auch als Teil von Familien ganz sie selbst sein. Für Menschen mit Demenz ist die emotionale Verbindung zum eigenen Zuhause wichtig. Es schafft Sicherheit und Stabilität in einer sich durch die Demenz verändernden Umwelt.

Damit Menschen mit Demenz möglichst lange in ihrem vertrauten Zuhause wohnen können, ist Beratung und Unterstützung für pflegende Angehörige besonders wichtig. In Forum 1 liegt der Fokus daher auf Maßnahmen der Demenzstrategie, die pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz durch unterschiedliche Ansätze unterstützen sollen. Hierzu gehören insbesondere die Förderung von Beratungsangeboten und die Entwicklung von Unterstützungsmöglichkeiten für hochbelastete pflegende Angehörige.

Referentinnen und Referenten des Forums 1:

  • Dr. Rene Thyrian, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) / Dr. Bernhard Holle DZNE
  • Prof. Klaus Pfeiffer, Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart
  • und weitere Expertinnen und Experten

Moderation:

Maren Tepper, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die Gestaltung des Wohnraums kann maßgeblich die Gesundheit beeinflussen. Damit Menschen mit Demenz so lange und selbstständig wie möglich in ihrer eigenen Wohnung leben können, ist die Anpassung räumlicher Gegebenheiten an ihre Bedürfnisse wichtig. Technische Unterstützungssysteme wie Sensortechnik, Smart Speaker oder AAL-Technologien können ein möglichst langes Leben im eigenen Wohnraum unterstützen.

Im Forum 2 werden hier ansetzende Maßnahmen der Nationalen Demenzstrategie diskutiert und Einblicke in interessante Initiativen wie z.B. eine sogenannte Musterwohnung für Menschen mit Demenz ermöglicht. Die Teilnehmenden werden erfahren, wie derartige Angebote Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen bei der Anpassung der eigenen vier Wände an ihre spezifischen Bedürfnisse unterstützen.

Referentinnen und Referenten des Forums 2:

  • Anneke Pietsch, Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein
  • Hildegund Ernst, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • und weitere Expertinnen und Experten

Moderation:

Dr. Kathrin Bernateck, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Wohnen findet in einem Sozialraum statt. Der Sozialraum umfasst neben der räumlichen auch immer eine soziale und gesellschaftliche Dimension. Erleben Menschen ihren Sozialraum und die Menschen darin als intakt, hilfsbereit und sozial bereichernd, hat dies einen positiven Einfluss auf ihre Gesundheit.

Damit Menschen mit Demenz an ihrem Wohnort soziale Teilhabe erfahren können, ist die Sensibilisierung des Sozialraums für Menschen mit Demenz wichtig. Im Forum 3 werden Maßnahmen zur Förderung demenzsensibler Gottesdienste und Veranstaltungen und für mehr Schulungen von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Menschen mit Migrationshintergrund vorgestellt. Zudem werden verschiedene Forschungsprojekte präsentiert, die die Lebenswelt von Menschen mit Demenz und die partizipative Entwicklung von Angeboten für Menschen mit Demenz im Quartier in den Blick nehmen.

Referentinnen und Referenten des Forums 3:

  • Christian Heerdt, Kuratorium Deutsche Altershilfe
  • Ute Hauser, Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. | Selbsthilfe Demenz
  • Dr. Saskia Kuliga, DZNE / Dr. Sonja Teupen, DZNE / Dr. Francisca-Severia Rodriguez, DZNE

Moderation:

Dr. Albert Kern, Bundesministerium für Gesundheit

Wird das Wohnumfeld weiter gefasst, beschreibt es auch die Infrastruktur mit öffentlichen Institutionen, Angeboten der Gesundheitsversorgung und auch Grünflächen und Bewegungsangeboten rund um die Wohnung. Für ältere Menschen – vor allem im hohen Alter – ist besonders wichtig, dass alle nötigen medizinischen und pflegerischen Versorgungsangebote im unmittelbaren Wohnumfeld vorhanden sind, da die Mobilität älterer Menschen mit dem Alter abnimmt und sich ihr Aktionsradius verringert.

Damit Menschen mit Demenz so lange wie möglich in ihrem gewohnten Wohnumfeld bleiben können, ist eine gut ausgebaute pflegerische und medizinische Infrastruktur sowie unterschiedliche Wohn- und Versorgungsformen am Lebensort notwendig. Viele Maßnahmen der Nationalen Demenzstrategie unterstützen dieses Ziel. Im Forum 4 geht es um die gesundheitliche Aufklärung zur Reduktion von Risiken der Demenzformen, die sektorenübergreifende Vernetzung in der Versorgung und die Diskussion neuer innovativer Versorgungsformen.

Referentinnen und Referenten des Forums 4:

  • Dix Meiberth, Universitätsklinikum Köln / Susanna Saxl-Reisen, Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. | Selbsthilfe Demenz / Claudia Vonstein, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  • Jan Adams, Initiative Pflegehof / Katharina Rosteius, Initiative Pflegehof
  • Dr. Rene Thyrian, DZNE

Moderation:

Dr. Nils Dahl, Bundesministerium für Gesundheit